Tabuthema Kinderlosigkeit trotz Schwangerschaft


Manche Paare bekommen keine Kinder hier auf Erden trotz Schwangerschaft(en) – auch das ist neben Unfruchtbarkeit ein wirklich traumatisches Erleben und ein Thema das nach wie vor bei vielen Menschen tabuisiert wird.

2019 wurden in Deutschland 778090 Kinder geboren. Davon waren knapp 3200 Kinder Totgeburten und 2485 Kinder starben im ersten Lebensjahr[1]. Eine unvorstellbar traurige Tatsache für Betroffene die diese ihr Leben lang prägt und verändert. Da Fehlgeburten verhältnismässig häufig vorkommen, nämlich bei insgesamt ca. 15 % aller medizinisch bestätigten Schwangerschaften, ist eine Fehlgeburt auch eine sehr häufige Ursache für Kinderlosigkeit (bzw. aus Sicht der Umwelt nicht erkennbare Elternschaft).

Man stelle sich vor: Eine Schwangerschaft wird festgestellt, medizinisch bestätigt und die Freude ist unbändig groß, in Gedanken ist das Kinderzimmer schon eingerichtet, die Internet-Wunschliste gefüllt mit all den Dingen die man kaufen möchte und muss, die Farbpallette für die Zimmerwände liegt bereit und dann kommt die furchtbare Diagnose, dass das Kind nicht mehr lebt, sich vielleicht bereits abgelöst hat oder eine medizinische Entfernung des Embryos nötig ist….

Auch darüber hatte ich mir in meiner Jugend nie Gedanken gemacht. Klar hatte ich von Frühgeburten, Totgeburten und frühem Kindstot gehört, aber die Erkenntnis, dass dies so viele Paare betrifft  war für mich ein wirklicher Schock. Heute kenne ich unzählbar viele Frauen die mir von ihren Fehlgeburten erzählten und kenne die schlimmsten Geschichten von Betroffenen die ihre Kinder ganz früh oder auch nur wenige Tage vor dem Geburtstermin verloren haben.

Egal ob Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit oder medizinisch unerklärbare Kinderlosigkeit- für Paare oder auch Singles die sich Kinder wünschen ist es ein nagender Zustand, der sich im Laufe der Jahre oft immer mehr verschlimmert. Gemeinde, Hobbies, Ablenkungen, nette Kinder von Freunden für die man Helden ist weil man sich so liebevoll um sie kümmert – all das kann den innersten Wunsch bei Vielen nach einem eigenen Kind, nach Mutter- oder Vatersein nicht stillen. Und die Frage stellt sich nach den Alternativen…

Wenn kinderlose Paare mich um Rat bitten empfehle ich ihnen immer, als Erstes mal ganz unverbindlich im ortsansässigen Jugendamt nachzufragen was es an Bedarf gibt im Ort und wie die Modalitäten sind für Pflege- und Adoptionsverfahren. Dies ist von Gemeinde zu Gemeinde etwas anders und auch der Bedarf ist sehr unterschiedlich!

Mehr Infos zu den Möglichkeiten ein Kind aufzunehmen findest Du im Beitrag Pflege-und Adoptivformen.

[1] Angaben des Statistischen Bundesamtes, Veröffentlicht von Statista Research Department, 11.12.2020

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